Im Rumänischen wird eine zukünftige Handlung häufig mit der unveränderlichen Verbindung o să und einem Verb im Präsens des Konjunktivs ausgedrückt: O să plec mâine. (Ich werde morgen weggehen.) Das folgende Verb zeigt Person und Numerus an; o să selbst verändert sich nicht.
Wie bildest du das Futur mit o să?
Setze o să vor das Präsens des Konjunktivs und füge die Infinitivmarkierung a nicht hinzu: o să lucrez, nicht o să a lucra.
| Person und Numerus | Konjunktivform | Vollständige Futurform |
|---|---|---|
| eu (ich) | să lucrez | Eu o să lucrez. (Ich werde arbeiten.) |
| tu (du, Singular) | să lucrezi | Tu o să lucrezi. (Du wirst arbeiten.) |
| el / ea (er / sie) | să lucreze | Ea o să lucreze. (Sie wird arbeiten.) |
| noi (wir) | să lucrăm | Noi o să lucrăm. (Wir werden arbeiten.) |
| voi (ihr) | să lucrați | Voi o să lucrați. (Ihr werdet arbeiten.) |
| ei / ele (sie) | să lucreze | Ei o să lucreze. (Sie werden arbeiten.) |
Die Formen der dritten Person Singular und Plural sind im Konjunktiv identisch. Daher kann o să lucreze je nach Subjekt „er wird arbeiten“, „sie wird arbeiten“ oder „sie werden arbeiten“ bedeuten. Wenn der Kontext eindeutig ist, kann das Subjekt entfallen: O să lucrăm împreună. (Wir werden zusammenarbeiten.) Füge eu, tu, oder ein anderes Subjekt hinzu, wenn du einen Kontrast hervorheben oder eine Mehrdeutigkeit vermeiden möchtest; siehe rumänische Subjektpronomen.
Hat das Verb nach să immer dieselbe Form wie im Indikativ Präsens?
Nein. In der ersten und zweiten Person ist das Präsens des Konjunktivs oft mit dem Indikativ Präsens identisch. Die Formen der dritten Person können sich jedoch unterscheiden, und häufige unregelmäßige Verben musst du als eigene Formen lernen. Die Partikel să kennzeichnet den Konjunktiv; sie macht das folgende Verb nicht automatisch zu einer Indikativform.
| Infinitiv | Wichtige Konjunktivformen | Beispiele im Futur |
|---|---|---|
| a fi (sein) | să fiu, să fii, să fie, să fim, să fiți, să fie | O să fiu acasă. (Ich werde zu Hause sein.) / O să fie bine. (Alles wird gut.) |
| a avea (haben) | să am, să ai, să aibă, să avem, să aveți, să aibă | O să avem timp. (Wir werden Zeit haben.) / O să aibă nevoie de ajutor. (Je nach Subjekt: Er oder sie wird beziehungsweise sie werden Hilfe brauchen.) |
| a merge (gehen) | să merg, să mergi, să meargă, să mergem, să mergeți, să meargă | O să mergem cu trenul. (Wir werden mit dem Zug fahren.) |
| a veni (kommen) | să vin, să vii, să vină, să venim, să veniți, să vină | O să vii la cină? (Wirst du zum Abendessen kommen?) |
- Bei vielen Verben bleibt die eigentliche Verbform bei eu, tu, noi, und voi dieselbe wie im Indikativ Präsens: lucrez gegenüber o să lucrez und venim gegenüber o să venim.
- In der dritten Person kann sich die Endung ändern: El merge, aber o să meargă; El vine, aber o să vină. Im Plural steht dieselbe Konjunktivform: Ei o să meargă und Ele o să vină.
- Einige sehr häufige Verben sind stark unregelmäßig: a fi ergibt o să fie, nicht o să este; a avea ergibt o să aibă, nicht o să are. Eine ausführlichere Darstellung des Musters findest du beim rumänischen Präsens des Konjunktivs mit să.
Wie bildest du die Verneinung und wo steht ein Klitikon?
Setze bei einer gewöhnlichen Verneinung nu vor o să. Auch die häufige Zusammenziehung n-o să wird verwendet. Ein unbetontes Objekt- oder Reflexivpronomen steht nach să und vor dem lexikalischen Verb, genau wie beim Präsens des Konjunktivs.
| Verwendung | Rumänisch | Bedeutung |
|---|---|---|
| Verneinung | Nu o să plec azi. | Ich werde heute nicht weggehen. |
| Häufige Zusammenziehung | N-o să plec azi. | Ich werde heute nicht weggehen. |
| Klitikon als direktes Objekt | O să-l văd mâine. | Ich werde ihn oder es morgen sehen. |
| Verneinung mit einem Klitikon als indirektes Objekt | Nu o să-i scriu în seara asta. | Ich werde ihm oder ihr heute Abend nicht schreiben. |
| Reflexives Klitikon | O să se întoarcă duminică. | Je nach Subjekt: Er oder sie wird beziehungsweise sie werden am Sonntag zurückkehren. |
In der ungekürzten Form nu o să-l văd lautet die Reihenfolge nu + o să + clitic + verb. In informeller gesprochener und geschriebener Sprache wird in n-o să-l văd die Verbindung nu o zusammengezogen, ohne dass sich die Stellung des Klitikons ändert. Stelle ein gewöhnliches Klitikon nicht hinter das Verb: O să-l văd, nicht O să văd-l. Mehr zu den Formen der Klitika und ihren anderen Positionen findest du unter unbetonte Pronomen als direkte Objekte.
Wie stellst du eine Frage mit o să?
Bei einer Ja-Nein-Frage bleibt die Wortstellung normalerweise gleich. In der gesprochenen Sprache kennzeichnet die Intonation die Frage, in der Schriftsprache ein Fragezeichen: O să vii mâine? (Wirst du morgen kommen?) Ein Fragewort steht vor der Futurform: Când o să plecați? (Wann werdet ihr weggehen?)
- Das Subjekt kann weiterhin entfallen: O să ajungi la timp? (Wirst du rechtzeitig ankommen?) In diesem Zusammenhang kennzeichnet die Form ajungi die zweite Person Singular.
- Eine negative Frage beginnt normalerweise mit Nu: Nu o să stai cu noi? (Wirst du nicht bei uns bleiben?) Damit kannst du Überraschung ausdrücken oder prüfen, ob eine Erwartung zutrifft; die genaue pragmatische Nuance ergibt sich aus dem Kontext.
- Ein Fragewort erfordert kein zusätzliches Hilfsverb: Sage Unde o să locuiești? (Wo wirst du wohnen?) und bilde die Frage nicht mit einem weiteren rumänischen Hilfsverb.
Welche Bedeutungen und welches Register hat diese Futurform?
Verwende o să für ein Ereignis nach dem Sprechzeitpunkt, etwa für Pläne, Vorhersagen, Versprechen, Warnungen und Entscheidungen: Mâine o să plouă. (Morgen wird es regnen.) Die Form kann auch eine Zukunft aus der Sicht eines vergangenen Zeitpunkts beschreiben: Știam că o să vină. (Ich wusste, dass er oder sie kommen würde – oder dass sie kommen würden.) Im Rumänischen musst du die Zeitform hier nicht an eine Zeitenfolge wie in manchen anderen Sprachen anpassen.
| Konstruktion | Muster | Heutiges Gebrauchsprofil | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Futur mit o să | o să + Präsens des Konjunktivs | In der heutigen gesprochenen Sprache sehr häufig; im neutralen Register eine natürliche Wahl | O să terminăm mâine. (Wir werden morgen abschließen.) |
| Futur mit voi | voi, vei, va, vom, veți, vor + kurzer Infinitiv | Vollkommen standardsprachlich; besonders häufig in formellen, amtlichen, wissenschaftlichen und schriftlichen Kontexten oder bei bewusster Ausdrucksweise, aber auch in gewöhnlichen Gesprächen möglich | Vom termina mâine. (Wir werden morgen abschließen.) |
Beide Konstruktionen sind standardsprachliche Futurformen im Indikativ und können denselben grundlegenden Zeitbezug ausdrücken. In rumänischen Grammatiken wird das Muster mit o să bisweilen als zweites Futur oder Futur 2 bezeichnet, das Muster mit voi als erstes Futur oder Futur 1. Diese Bezeichnungen beschreiben die Formen und stellen keine der beiden als besser oder schlechter dar. In heutigen neutralen Gesprächen ist o să oft häufiger, während voi je nach Kontext bewusster oder formeller wirken kann.
Häufige Fehler
- Verändere o să nicht: Schreibe in dieser Konstruktion o să plec, o să pleci, und o să plece, nicht Formen wie voi să oder vei să.
- Setze kein a vor das Verb: O să mergem, nicht o să a merge.
- Verwende nach să in der dritten Person keine Indikativform, wenn sich der Konjunktiv davon unterscheidet: O să meargă, nicht o să merge; o să fie, nicht o să este.
- Setze nu vor die gesamte Futurform: Bei einer gewöhnlichen neutralen Verneinung heißt es Nu o să vin, nicht O să nu vin.
- Lass ein Klitikon zwischen să und dem lexikalischen Verb stehen: O să-i scriu, nicht O să scriu-i.
- Bezeichne o să nicht als nicht standardsprachlich und voi nicht als einzig korrektes Futur. Beide sind standardsprachlich; sie unterscheiden sich in ihrer Häufigkeit und ihrem stilistischen Profil.
Welcher Satz bedeutet „Ich werde morgen weggehen“?
- O să plec mâine.
- O să pleci mâine.
- O să plece mâine.
- O să plec ieri.
In der ersten Person Singular lautet die Konjunktivform să plec. Daher bedeutet O să plec mâine: Ich werde morgen weggehen. Pleci steht in der zweiten Person, plece in der dritten Person und ieri bedeutet gestern.
Ergänze den Satz: Noi ___ la munte sâmbătă.
- o să merg
- o să meargă
- o să mergeți
- o să mergem
Beim Subjekt noi lautet das Präsens des Konjunktivs von a merge să mergem: Noi o să mergem la munte sâmbătă.
Welcher Satz bedeutet „Sie wird zu Hause sein“?
- Ea o să este acasă.
- Ea o să fie acasă.
- Ea o să e acasă.
- Ea o să fi acasă.
In der dritten Person lautet das Präsens des Konjunktivs von a fi să fie. Daher heißt das Futur Ea o să fie acasă. Die Indikativformen este und e können nach să nicht verwendet werden; fi ist hier ebenfalls keine Form des Präsens im Konjunktiv.
In welchem Satz stehen Verneinung und Klitikon korrekt, sodass er „Ich werde ihn morgen nicht sehen“ bedeutet?
- Nu-l o să văd mâine.
- O să văd-l mâine.
- Nu o să-l văd mâine.
- Nu o să-l vede mâine.
Die neutrale Reihenfolge lautet nu + o să + clitic + verb: Nu o să-l văd mâine. Das Klitikon -l kann bei dieser Futurform nicht hinter dem Verb stehen, und vede passt nicht zum mitgedachten Subjekt eu.
Welche Aussage über o să und das Futur mit voi trifft zu?
- O să ist dialektal und sollte daher im Standardrumänischen vermieden werden.
- Beide sind standardsprachlich; o să ist in der heutigen gesprochenen Sprache sehr häufig, während voi ebenfalls standardsprachlich ist und häufig in formelleren Kontexten oder bei bewusster Ausdrucksweise vorkommt.
- Nur das Futur mit voi kann einen Plan für morgen ausdrücken.
- Das Futur mit o să verlangt den Infinitiv mit a, wie in o să a pleca.
Beide sind standardsprachliche Futurkonstruktionen. O să ist in der heutigen gesprochenen Sprache besonders häufig; voi bleibt vollkommen standardsprachlich und wird häufig in formellen, amtlichen und schriftlichen Kontexten oder bei bewusster Ausdrucksweise bevorzugt. Das Muster mit o să verlangt das Präsens des Konjunktivs ohne a.