Die wichtigsten Kommaregeln im Rumänischen

Lerne, wann das Rumänische mit Kommas Aufzählungen, Teilsätze, direkte Anreden und Zusatzinformationen abgrenzt und wann kein Komma steht.

Im Rumänischen kennzeichnet ein Komma eine Grenze innerhalb eines Satzes: zwischen den Gliedern einer Aufzählung, bei einer direkten Anrede oder um eine eingeschobene Zusatzinformation. Es steht direkt hinter dem vorangehenden Wort und danach folgt ein Leerzeichen: Maria, vino aici! (Maria, komm her!).

Wie entscheidest du, wo ein Komma gesetzt wird?

Bestimme zuerst die Funktion der Wörter: Gehören sie zu einer Aufzählung, zu nebengeordneten Teilsätzen, zu einer direkten Anrede, zu einem Einschub oder zu einem Nebensatz? Setze dann nur dort ein Komma, wo der Satzbau eine Grenze verlangt. Eine Sprechpause allein reicht als Regel nicht aus.

  • Trenne die Glieder einer Aufzählung: Am cumpărat pâine, lapte și fructe. (Ich habe Brot, Milch und Obst gekauft.) In einer einfachen Aufzählung steht im Rumänischen normalerweise kein Komma vor dem abschließenden și.
  • Trenne kontrastierende nebengeordnete Satzteile, besonders vor dar, iar und ci: Am vrut să vin, dar am rămas acasă. (Ich wollte kommen, aber ich blieb zu Hause.)
  • Grenze eine direkte Anrede unabhängig von ihrer Position mit Kommas ab: Andrei, ascultă-mă! (Andrei, hör mir zu!); Vino aici, Andrei! (Komm her, Andrei!). Der Name ist nicht das grammatische Subjekt des Imperativs, sondern bezeichnet die angesprochene Person. Mehr dazu erfährst du im Artikel über den rumänischen Vokativ.
  • Grenze einen deutlichen Einschub oder eine ergänzende Apposition mit Kommas ab: Mihai, colegul meu, locuiește la Cluj. (Mihai, mein Kollege, wohnt in Cluj.) Die mittlere Wortgruppe ergänzt eine Information über Mihai, ohne genauer zu bestimmen, welcher Mihai gemeint ist.
  • Trenne einen vorangestellten Nebensatz vom Hauptsatz: Dacă ai timp, sună-mă. (Wenn du Zeit hast, ruf mich an.) Folgt derselbe eng mit dem Hauptsatz verbundene Nebensatz erst danach, steht häufig kein Komma: Sună-mă dacă ai timp. (Ruf mich an, wenn du Zeit hast.)
StrukturKommamusterBeispiel
Aufzählungzwischen den Gliedern; normalerweise nicht vor dem abschließenden șiAm cumpărat pâine, lapte și fructe. (Ich habe Brot, Milch und Obst gekauft.)
Kontrastvor dar, iar oder ci, wenn die Konjunktion nebengeordnete Satzteile trenntE mic, dar confortabil. (Es ist klein, aber bequem.)
Direkte Anredevor, nach oder beiderseits der direkten AnredeDoamnă, așteptați puțin! (Meine Dame, warten Sie bitte einen Moment!)
Zusatzinformationbeiderseits der eingeschobenen WortgruppeAna, sora mea, lucrează aici. (Ana, meine Schwester, arbeitet hier.)
Vorangestellter Nebensatznach dem NebensatzCând ajungi, sună-mă. (Wenn du ankommst, ruf mich an.)

Wann setzt man kein Komma?

Setze nicht allein deshalb ein Komma, weil ein Satz lang ist. Subjekt und Prädikat sowie Verb und direktes Objekt gehören grundsätzlich zusammen: Maria citește cartea. (Maria liest das Buch.) Ein Komma steht dort nur, wenn eine andere Struktur eine echte Grenze schafft, etwa ein Einschub oder eine direkte Anrede.

  • Trenne ein gewöhnliches Subjekt nicht von seinem Prädikat: Copiii se joacă în parc. (Die Kinder spielen im Park.) Nicht: Copiii, se joacă în parc.
  • Trenne ein Verb nicht von seinem gewöhnlichen direkten Objekt: Am citit articolul. (Ich habe den Artikel gelesen.) Nicht: Am citit, articolul.
  • Setze nicht vor jedes și, sau oder ori ein Komma. Leiten diese Konjunktionen das letzte Glied einer einfachen Aufzählung ein, steht davor kein Komma: Vrei ceai sau cafea? (Möchtest du Tee oder Kaffee?)
  • Setze keine Kommas um einen restriktiven Relativsatz, wenn er das Substantiv genauer bestimmt: Cartea pe care am cumpărat-o ieri este interesantă. (Das Buch, das ich gestern gekauft habe, ist interessant.) Vergleiche dazu den Artikel über rumänische Relativsätze.

Restriktive oder zusätzliche Information?

Ein Relativsatz, der bestimmt, welche Person oder Sache gemeint ist, schließt im Rumänischen normalerweise ohne Kommas direkt an das Substantiv an. Gibt er nur eine Zusatzinformation zu einem bereits eindeutig bestimmten Substantiv, wird er in Kommas eingeschlossen: Cartea, pe care am cumpărat-o ieri, este interesantă. (Das Buch, das ich gestern gekauft habe, ist interessant.) Im Deutschen stehen in beiden Lesarten Kommas um den Relativsatz. Im Rumänischen hängt die Zeichensetzung dagegen von Bedeutung und Kontext ab und kann die beabsichtigte Lesart verändern.

BedeutungRumänischInterpretation
Bestimmt, welches Buch gemeint istCartea pe care am cumpărat-o ieri este interesantă.Von mehreren möglichen Büchern ist das gestern gekaufte gemeint.
Ergänzt eine Information zu einem bereits bestimmten BuchCartea, pe care am cumpărat-o ieri, este interesantă.Das Buch ist bereits eindeutig bestimmt; der Kauf von gestern ist nur eine Zusatzinformation.

Zwei Schreibweisen, die du dir merken solltest

  • Vor einem Komma steht kein Leerzeichen, danach normalerweise schon: Da, vin imediat. (Ja, ich komme sofort.) Dieselbe Abstandsregel gilt in Aufzählungen und bei der direkten Anrede einer Person.
  • Das Rumänische schreibt Dezimalbrüche mit einem Komma: 1,5 (eins Komma fünf) und 13,75 (dreizehn Komma fünfundsiebzig). Für Tausendergruppen verwendet das Standardrumänische einen Punkt statt eines Kommas: 1.500 (eintausendfünfhundert). Jahreszahlen und Seitenzahlen werden ohne Trennzeichen geschrieben: anul 1500, pagina 1500.

Eine praktische Kontrolle beim Überarbeiten

Achte beim Lesen auf den Satzbau, nicht auf Atempausen: Markiere die Grenzen von Aufzählungen und direkte Anreden. Prüfe dann, ob eine eingeschobene Wortgruppe nur Zusatzinformationen liefert und ob ein Neben- oder Relativsatz sein Substantiv genauer bestimmt. Suche zum Schluss nach versehentlichen Kommas zwischen Subjekt und Prädikat, zwischen Verb und direktem Objekt oder vor einem einfachen abschließenden și. Hinweise zu längeren Zitaten und Dialogen findest du unter Zeichensetzung bei direkter Rede.

  1. Welcher Satz markiert die angesprochene Person korrekt?

    • Andrei vino aici!
    • Andrei vino, aici!
    • Andrei, vino aici!
    • Andrei, vino, aici!

    Andrei ist eine direkte Anrede. Deshalb trennt ein Komma den Namen vom Imperativ: Andrei, vino aici!

  2. Wähle den Satz mit einem korrekt interpunktierten vorangestellten Konditionalsatz.

    • Dacă ai timp sună-mă.
    • Dacă ai timp, sună-mă.
    • Dacă, ai timp sună-mă.
    • Dacă ai, timp sună-mă.

    Der vorangestellte Nebensatz endet vor dem Hauptsatz, daher folgt das Komma auf timp: Dacă ai timp, sună-mă.

  3. Welcher Satz drückt die neutrale Bedeutung „Maria liest das Buch“ ohne ein unnötiges Komma aus?

    • Maria citește cartea.
    • Maria, citește cartea.
    • Maria citește, cartea.
    • Maria, citește, cartea.

    Das Subjekt Maria, das finite Verb citește und das direkte Objekt cartea bilden zusammen einen einfachen Satz. Deshalb werden sie nicht durch Kommas getrennt.

  4. Welche Schreibweise verwendet im Rumänischen ein Komma als Dezimaltrennzeichen und genau eine Nachkommastelle?

    • 1.5
    • 1,500
    • 1 500
    • 1,5

    Im Rumänischen ist das Komma das Dezimaltrennzeichen. Mit genau einer Nachkommastelle lautet die Schreibweise 1,5. Ein Punkt gliedert Tausendergruppen, zum Beispiel in 1.500.

  5. Welcher Satz verwendet einen restriktiven Relativsatz ohne Kommas?

    • Cartea, pe care am cumpărat-o ieri, este interesantă.
    • Cartea pe care am cumpărat-o ieri este interesantă.
    • Cartea pe care, am cumpărat-o ieri este interesantă.
    • Cartea, pe care am cumpărat-o ieri este interesantă.

    Hier bestimmt pe care am cumpărat-o ieri genauer, welches Buch gemeint ist. Deshalb schließt der Relativsatz ohne Kommas direkt an cartea an.

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