Rumänische Reflexivpronomen

Lerne, wann im Rumänischen der Akkusativ se, der Dativ își und die betonten Reflexivformen pe sine und sieși verwendet werden.

Ein rumänisches Reflexivpronomen verweist auf das Subjekt: Ana se vede în oglindă. (Ana sieht sich im Spiegel.) Die Kurzform richtet sich nach dem Kasus: Akkusativ se fungiert als direktes Objekt, während Dativ își eine indirekte Rolle, einen Begünstigten oder einen Besitzbezug kennzeichnet.

Welche Funktion haben rumänische Reflexivpronomen?

Bestimme zuerst, welche Satzgliedfunktion auf das Subjekt zurückverweist. Wähle dann den Akkusativ für ein direktes Objekt oder den Dativ für ein indirektes Objekt, einen Begünstigten oder einen Besitzer. Dieselbe Kurzform kann auch reziprok oder lexikalisch gebraucht werden, daher ist der Kontext wichtig.

GebrauchPrüffrageBeispielBedeutung
Echt reflexiv, AkkusativWer wird direkt gesehen? Das SubjektRadu se vede în oglindă.Radu sieht sich im Spiegel.
Reflexiver DativWem oder für wen? Dem SubjektRadu își cumpără o carte.Radu kauft sich ein Buch.
Reflexiver Dativ bei BesitzWessen Hände? Die des SubjektsRadu își spală mâinile.Radu wäscht sich die Hände.
Reziproker GebrauchKann die Bedeutung „einander“ sein?Radu și Vlad se ajută unul pe altul.Radu und Vlad helfen einander.
Lexikalischer reflexiver GebrauchGehört das Klitikon zum üblichen Verbmuster?Mă gândesc la examen.Ich denke an die Prüfung.

Wie wählst du zwischen Akkusativ und Dativ?

Verwende das reflexive Akkusativklitikon, wenn das Subjekt zugleich das direkte Objekt ist. Das reflexive Dativklitikon steht, wenn das Subjekt indirekt beteiligt, begünstigt oder Besitzer ist. Die rumänischen Kasusfragen helfen dir: pe cine? (wen?) für das direkte Objekt und cui? (wem?) für den Dativ.

RolleKlitikon der dritten PersonBeispielBeitrag des Klitikons
Direktes Objekt, AkkusativseAna se vede. (Ana sieht sich selbst.)Ana ist die Person, die direkt gesehen wird.
Indirektes Objekt oder Begünstigter, DativîșiAna își cumpără o carte. (Ana kauft sich ein Buch.)Ana ist die Person, für die das Buch gekauft wird.
Besitzer, DativîșiAna își spală mâinile. (Ana wäscht sich die Hände.)Die mâinile (Hände) gehören Ana.
  • Vergleiche Ana se spală. (Ana wäscht sich.) mit Ana își spală mâinile. (Ana wäscht sich die Hände.) Im zweiten Satz ist mâinile das direkte Objekt und își bezeichnet Ana als Besitzerin.
  • Die Reflexivklitika der ersten und zweiten Person entsprechen den jeweiligen kurzen Personalpronomen: mă, te, ne, und . Wichtig ist der Gegensatz in der dritten Person: reflexiver Akkusativ se, reflexiver Dativ își.
  • Wähle die Form nicht allein anhand einer deutschen Entsprechung wie sich selbst. Die rumänische Form richtet sich nach der syntaktischen Rolle und der Bedeutung des Verbs.

Welche Formen gibt es nach Person und Numerus?

Das Reflexivklitikon hat eine Akkusativ- und eine Dativreihe. In der dritten Person unterscheidet keine von beiden nach Genus; außerdem gilt jeweils dieselbe Form im Singular und Plural.

Person und NumerusAkkusativklitikonBetonte AkkusativformDativklitikonBetonte Dativform
Erste Person Singularpe mineîmimie
Zweite Person Singulartepe tineîțiție
Dritte Person Singularsepe sineîșisieși
Erste Person Pluralnepe noinenouă
Zweite Person Pluralpe voivouă
Dritte Person Pluralsepe sineîșisieși

Bei der ersten und zweiten Person sind die betonten Formen die gewöhnlichen Personalpronomen in reflexiver Verwendung: Mă văd pe mine. (Ich sehe mich selbst.) In der dritten Person ist pe sine die betonte Akkusativform und sieși die betonte Dativform: El se vede pe sine. (Er sieht sich selbst.) / El își promite sieși o pauză. (Er verspricht sich selbst eine Pause.)

Betonte Formen heben die gemeinte Person hervor oder verdeutlichen sie und können nach einer Präposition stehen: Se gândește la sine. (Er oder sie denkt über sich selbst nach.) Die Formen der dritten Person pe sine und sieși verändern sich weder nach Genus noch nach Numerus. DOOM3 verzeichnet neben sieși auch sie; dieser Artikel verwendet sieși als gut erkennbare Ausgangsform für Lernende.

Wo steht das Reflexivklitikon?

Das Klitikon bleibt nah an der Verbgruppe, seine Position richtet sich jedoch nach der Verbform. Die folgenden Muster decken die wichtigsten Formen des heutigen Rumänisch ab, ohne eine eigene Lektion über reflexive Verben vorauszusetzen.

VerbformPositionAkkusativbeispielDativbeispiel
Präsens oder eine andere einfache finite FormVor dem finiten VerbSe vede în oglindă. (Er oder sie sieht sich im Spiegel.)Își spală mâinile. (Er oder sie wäscht sich die Hände.)
Zusammengesetztes PerfektVor dem HilfsverbS-a văzut în oglindă. (Er oder sie hat sich im Spiegel gesehen.)Și-a spălat mâinile. (Er oder sie hat sich die Hände gewaschen.)
Futur mit vaVor dem FuturhilfsverbSe va vedea în oglindă. (Er oder sie wird sich im Spiegel sehen.)Își va spăla mâinile. (Er oder sie wird sich die Hände waschen.)
Präsens des KonjunktivsNach Vrea să se vadă în oglindă. (Er oder sie will sich im Spiegel sehen.)Vrea să-și spele mâinile. (Er oder sie will sich die Hände waschen.)
Bejahter ImperativNach dem Verb, mit BindestrichPrivește-te în oglindă! (Sieh dich im Spiegel an!)Spală-ți mâinile! (Wasch dir die Hände!)
  • Vor einem Hilfsverb mit anlautendem Vokal treten se und își in den verbundenen Formen s- und și- auf: s-a und și-a. Es handelt sich um Verbindungen aus Klitikon und Hilfsverb, nicht um neue Personenformen.
  • Auch die ausgeschriebene Konjunktivform să își spele ist zulässig; die kompakte Form să-și spele ist ein nützliches alltagssprachliches Muster. Mach aus dieser fakultativen Schreibvariante keinen Bedeutungsunterschied.
  • Andere infinite Formen können das Klitikon an die Verbform anhängen, wie bei dem von DOOM3 verzeichneten cumpărându-și (beim Kauf für sich selbst). Dieser Artikel konzentriert sich auf finite Sätze und den bejahten Imperativ.

Wie unterscheiden sich echter reflexiver, reziproker und lexikalischer Gebrauch?

Am Klitikon allein erkennst du nicht immer, welche Lesart gemeint ist. Betrachte das Subjekt, den übrigen Satz und das Verbmuster gemeinsam.

  • Echt reflexiv: Eine Person richtet die Handlung auf sich selbst: Mara se vede în oglindă. (Mara sieht sich im Spiegel.) Das direkte Objekt verweist auf Mara zurück.
  • Reziprok: Ein Subjekt im Plural oder ein koordiniertes Subjekt bezeichnet eine wechselseitige Handlung: Mara și Ioana se ajută una pe alta. (Mara und Ioana helfen einander.) Die zusätzliche Wendung una pe alta macht die reziproke Lesart eindeutig.
  • Lexikalisch reflexiv: Das Klitikon gehört zum Verbmuster und bezeichnet kein gewöhnliches Objekt im Sinne von „sich selbst“: Mă gândesc la examen. (Ich denke an die Prüfung.) Die Form ist in dieser Bedeutung Teil von a se gândi. Weitere Verbmuster findest du unter rumänische Reflexivverben.
  • Auch ein Dativklitikon kann reziprok gebraucht werden: Își scriu mesaje. kann bei einem Pluralsubjekt bedeuten, dass sie einander Nachrichten schreiben. Nutze den Kontext oder eine zusätzliche Wendung, um diese Mehrdeutigkeit aufzulösen.

Häufige Fehler

  • Verwende își nicht für ein direktes reflexives Objekt: Ana se vede, nicht Ana își vede, wenn Ana sich selbst sieht. își vede mâinile ist nur richtig, wenn mâinile das direkte Objekt ist und Ana dessen Besitzerin.
  • Verwende se nicht für einen reflexiven Empfänger oder Besitzer: Ana își cumpără o carte und Ana își spală mâinile stehen mit dem Dativklitikon.
  • Passe se weder an das Genus noch an den Numerus des Subjekts an. Schreibe El se vede, Ea se vede, Ei se văd und Ele se văd; das Klitikon bleibt se.
  • Setze das Klitikon nicht hinter ein gewöhnliches Verb im Präsens: Schreibe Se vede, nicht Vede-se. Die Stellung nach dem Verb gehört zu Formen wie dem bejahten Imperativ: Privește-te!
  • Betrachte sine und sieși nicht als gewöhnliche Subjektpronomen. Sie sind betonte Reflexivformen für ein Objekt oder eine Präpositionalgruppe; das Subjekt wird an anderer Stelle ausgedrückt oder ergibt sich aus dem Kontext.
  1. Welches Klitikon der dritten Person ergänzt den Satz mit direktem Reflexivobjekt Ana ___ vede în oglindă?

    • își
    • se
    • îi
    • sieși

    Ana ist die Person, die direkt gesehen wird, und damit das direkte Objekt. Deshalb steht das reflexive Akkusativklitikon se: Ana se vede în oglindă.

  2. Welcher Satz bedeutet, dass Radu seine eigenen Hände wäscht?

    • Radu se spală mâinile.
    • Radu spală-și mâinile.
    • Radu îi spală mâinile.
    • Radu își spală mâinile.

    Mâinile ist das direkte Objekt, und Radu ist dessen Besitzer. Deshalb steht das reflexive Dativklitikon își: Radu își spală mâinile.

  3. Welche betonte reflexive Akkusativform ergänzt El se vede ___ în oglindă?

    • pe sine
    • sieși
    • pe el
    • sinei

    Die betonte Reflexivform der dritten Person im Akkusativ ist pe sine. Das Klitikon se bleibt beim Verb, während pe sine die Person ausdrücklich hervorhebt.

  4. In welchem Satz steht ein Reflexivklitikon beim zusammengesetzten Perfekt richtig?

    • A văzut-se în oglindă.
    • Se a văzut în oglindă.
    • S-a văzut în oglindă.
    • Văzut s-a în oglindă.

    Beim zusammengesetzten Perfekt steht se vor dem Hilfsverb a und verbindet sich mit ihm zu s-a: S-a văzut în oglindă.

  5. Welche Bedeutung hat se in Mara și Ioana se ajută una pe alta?

    • Ein feminines Subjekt im Singular
    • Ein Besitzer im Dativ
    • Die lexikalische Bedeutung „denken“
    • Eine reziproke Bedeutung

    Das koordinierte Subjekt im Plural und una pe alta machen die wechselseitige Lesart eindeutig: Mara und Ioana helfen einander.

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